Das Angebot an Tarotdecks ist heutzutage kaum noch überschaubar. Wirklich sinnvolle Decks sind allerdings nach wie vor die "Klassiker". Für Interessierte habe ich einige Decks aufgelistet, die ich persönlich für "geeignet" erachte, damit zutreffende Deutungen zu machen. Dennoch sollten Sie sich davon nicht "beeindrucken" lassen, denn wenn Sie einen intuitiven Zugang zu einem Deck finden, welches ich nicht erwähnt habe und dafür mit den von mir gelisteten gar nicht "warm werden", dann trauen Sie lieber ihrer Intuition.

Die Geschichte des Tarots

Tarotkarten finden historisch zumeist in Gebrauchsverboten Erwähnung. Die ersten belegten Notizen gehen auf das Jahr 1377 zurück, wobei sich Experten nicht einig sind, ob es sich um Karten im Sinne eines divinatorischen Spiels handelte oder um reine Spielkarten was ebenso ungern von den Machthabern gesehen wurde.

Man vermutet, daß das vier farbige Spielblatt, welches die Grundlage der kleinen Arkanen bildet, aus dem orientalischen Raum nach Europa kam. Die kleinen Arkanen kann man den gebrauchsüblichen Spielkarten (Skat, Canasta etc.) wie folgt zuordnen:

Herz = Kelche, Karo = Scheiben, Kreuz = Stäbe, Pik (Schippe) = Schwerter.

Ein Tarotdeck besteht aus 78 Karten (Osho-Zen = 79 / Baphomet Tarot nur aus 22) und setzt sich aus den vier kleinen Arkanen, der großen Arkana und den Hofkarten zusammen. (der Baphomet Tarot hat lediglich die große Arkana à 22 Karten und keinerlei kleine Arkanen oder Hofkarten und wird daher auch etwas anders gedeutet). Dieser Aufbau des Tarot kam um 1600 in Gebrauch und besteht in dieser Form bis heute.

Die 22 Karten der großen Arkana nennt man auch Trümpfe oder Atu. Sie sind bereits ein einigermaßen vollständiges divinatorisches System, wie man bei der Arbeit mit dem Baphomet Tarot von Akron und H. R. Giger feststellen kann. Der Ursprung der großen Arkana ist allerdings gänzlich ungeklärt ebenso wie die Bedeutung und Herkunft des Wortes Tarot. Nahe liegt, daß Tarot die französische Schreib- und Sprechweise ist, da es ohne t am Ende gesprochen wird. Es wird aber auch spekuliert, die Bezeichnung lehne sich an die Thora Rollen der jüdischen Religionslehre an (wahrscheinlich eine Vermutung, die durch die kabbalistische Zuordnung der großen Arkana zum Baum des Lebens, der jüdischen Geheimlehre entstanden sein könnte). Auch möglich ist die Entstehung des Begriffes durch geographische Herkunft der Karten. So man den Ursprung in Italien vermutete, könnte man den Begriff auf die Region um den Fluß Taro zurückführen.

Gegen die Annahme der Entstehung aus normalen Spielkarten verwehren sich einige eher Crowley- bzw. Golden Dawn- lastige Mystiker. Unter Ihnen hält sich bereits seit langem die Theorie, das Tarot sei aus dem antiken Wissen der Ägypter entstanden und somit nichts Geringeres als das Buch der Ägyptischen Weisheit. Ganz kühne Zeitgenossen verfolgen diese Vermutung gar bis zum sagenhaften Atlantis zurück und sehen im Tarot das Vermächtnis der versunkenen Stadt. Die Verbindung zu den alten Ägyptern läßt sich beim Crowley-Harris Tarot sehr gut nachvollziehen. Der weitläufig bekannte englische Magier Aleister Crowley empfing (wir würden es heute channeln nennen) nach eigenen Angaben im Frühjahr 1904 "das Buch des Gesetzes" durch eine außerirdische Intelligenz, die er Aiwass nennt. Aiwass übermittelte Crowley auf diesem Weg den Willen von drei Gottheiten Nut, Hadit und Hoor-pa-kraat. (Die Namen der Gottheiten legen bereits eine Verbindung zu den alten Ägyptern nahe und Crowley befand sich auch ganz "zufällig" in der Wüste, als er das Buch des Gesetzes empfing) Crowley war im Orden des Golden Dawn aktiv und widmetet sich nach seinem Erlebnis in der Wüste intensiv der verborgenen Bedeutung der Tarotkarten, sowie ihrer Entsprechung zu ägyptischen Quellen. Da ihm die gängigen Decks der damaligen Zeit nicht die Möglichkeit offerierten, seine Erkenntnisse zu vermitteln, entwickelte er in den 40er Jahren zusammen mit der Künstlerin Lady Frieda Harris ein neues Tarotdeck, welches heute zu einem der beliebtesten und am weitesten verbreiteten Decks zählt.

Vor 1600 gab es keine einheitliche Anzahl oder Strukturierung der Karten. Ab ca. 1600 kristallisierte sich das System mit den heute noch gebräuchlichen 78 Karten heraus. Wir kennen das ursprüngliche Tarot heute unter dem Namen Marseiller Tarot (wobei es sich allerdings nicht um ein Deck sondern um verschiedene Decks handelt, die von unterschiedlichen Magiern und Mystikern entwickelt wurden, der Einfachheit halber aber unter einem Begriff zusammengefaßt sind).

Verändert wurde dieser ursprüngliche Tarot erstmalig von Arthur Waite. Bis der Rider-Waite Tarot 1908 erschien, waren lediglich die große Arkana und die Hofkarten mit Illustrationen versehen, die kleinen Arkanen wurden nicht illustriert, zeigten also lediglich Zahlenwerte an. Zum Rider-Waite Tarot wäre noch zu erwähnen, daß Rider nicht etwa der Künstler ist, der die Karten gestaltet hat, sondern der Verleger, des Waite Tarot. Der Künstlerin, Pamela Colman Smith, die die Illustrationen des Rider-Waite Decks erschaffen hat, war ein ähnliches Schicksal beschieden, wie Lady Frieda Harris, der Künstlerin des Crowley Tarot, die ebenfalls namentlich keine Erwähnung in dem von ihr gestalteten Tarot fand.

TV/Presse
Kontakt
AGBs Links
Webdesign: www.khap-la.de
Alle Texte © Tiphareth Tarot